Impfungen und Vorsorge bei Kindern

 

Die übertragbaren Krankheiten (Infektionskrankheiten) sind auch heute - im Zeitalter einer hoch entwickelten Medizin und eines hohen Hygienestandards - keineswegs bedeutungslos geworden. Jährlich erkranken Tausende von Menschen an gefährlichen Infektionskrankheiten, die zu dauernden gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können.

Da es bei vielen dieser Krankheiten zudem keine ursächlichen Behandlungsmöglichkeiten gibt, ist es besonders wichtig, die Möglichkeiten der Vorbeugung zu nutzen. Impfungen sind das "klassische" Mittel zum Schutz vor gesundheitlichen Risiken und zur Krankheitsverhütung.

Die Gesundheit Ihrer Familie ist uns wichtig!Ihre TBK - Thüringer Betriebskrankenkasse

Schutzimpfungen

Die Kosten für die empfohlenen, unverzichtbaren Schutzimpfungen - z.B. gegen Diphtherie, Keuchhusten, Wundstarrkrampf, Kinderlähmung, Masern, Mumps, Röteln - und einige "besondere" Impfungen für bestimmte Personengruppen, z.B. Hepatitis A und B oder Tuberkulose, werden in der Regel von der TBK übernommen.

Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO), Nordufer 20, 13353 Berlin

Reiseimpfungen

Sie reisen gern? Wir unterstützen Sie bei der Gesundheitsvorsorge auf Reisen! Bitte informieren Sie sich rechtzeitig vorab bei Ihrem Arzt, dem Gesundheitsamt oder eine reise- bzw. tropenmedizinischen Einrichtung, welche Impfungen für Ihren Aufenthalt im Ausland notwendig sind.

Die Kosten für Schutzimpfungen, die wegen Urlaubsreisen notwendig sind, werden dann übernommen, wenn die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Institutes (STIKO) eine entsprechende Empfehlung aufgrund eines erhöhten Gesundheitsrisikos gibt. Wir erstatten Ihnen die Kosten für den Impfstoff und die ärztliche Leistung. Dazu geben Sie bitte Ihr Reiseziel an und reichend die Originalrechnung ein. Bitte geben Sie ihre aktuelle Bankverbindung an.

Weitere Infos finden Sie unter:

Impfung gegen Meningokokken Typ B

Meningokokken sind sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen einer der häufigsten Auslöser einer bakteriellen Hirnhautentzündung, der sogenannten Meningitis. In Deutschland sind Meningokokken B für circa drei Viertel der Meningokokkenerkrankungen verantwortlich. Da uns die Gesundheit Ihres Kindes sehr am Herzen liegt, übernimmt unsere TBK auf ärztliche Empfehlung die Kosten für die Impfung gegen Menigokokken Typ B bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Übernommen werden  80 Prozent der Kosten je Originalrechnung für die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe.

Für die Kostenerstattung reichen Sie uns bitte eine Verordnung des Arztes sowie die Originalrechnung ein. Bitte geben Sie ihre aktuelle Bankverbindung an.

Krankheitsfrüherkennung bei Kindern

Sie wissen es selbst: Besonders wichtig für die gesundheitliche Entwicklung eines Menschen sind die ersten Lebensjahre, denn hier werden die Weichen für das spätere körperliche und psychische Wohlbefinden gestellt.

Gemeinsam mit den Ärzten haben wir deshalb ein spezielles Untersuchungsprogramm für Kinder von der Geburt bis zum 15. Lebensjahr entwickelt. Es besteht aus zehn Untersuchungen (U1 bis U11 und J1) und dient dazu, Krankheiten und Fehlentwicklungen körperlicher und psychischer Art so früh wie möglich zu erkennen. Bei der Früherkennung geht es nicht um die ärztliche Behandlung von akuten oder chronischen Krankheiten, sondern um eine Vorsorge mit dem Ziel, die Gesundheit zu erhalten bzw. schnellstmöglich wiederherzustellen.

Im Folgenden möchten wir Sie über die Untersuchungen U1-U11+J1 informieren.

Die Untersuchungen auf einen Blick.

 

Termine

Inhalte, u. a.

U1 unmittelbar nach der Geburt* Kontrolle der Hautfarbe, Atmung, Muskeltätigkeit, Reflexe und des Herzschlags
U2 3. - 10. Lebenstag* Prüfung des Entwicklungszustandes, u. a. Haut, Organe, Sinnesorgane, Skelett, Nervensystem, Stoffwechsel
U3 4. - 6. Lebenswoche Organfunktionen, Ernährungszustand, Hüftgelenke, Gehör
U4 3. - 4. Lebensmonat Motorik, Skelett, Nervensystem; evtl. erste Schutzimpfungen
U5 6. - 7. Lebensmonat Reaktionen der Sinnesorgane, Beweglichkeit; weitere Impfungen
U6 10. - 12. Lebensmonat Prüfung der Augen, Ohren und Muskeln, Sprachentwicklung, Bewegungskontrolle; weitere Impfungen
U7 21. - 24. Lebensmonat Augen und Ohren, Sprachentwicklung, Bewegungskontrolle
U7a 34. - 36. Lebensmonat Erkennung von allergischen Erkrankungen, Sozialisations- und Verhaltensstörungen, Übergewicht, Sprachentwicklung und Zahn-, Mund-, und Kieferanomalien
U8 43. - 48. Lebensmonat Organfunktionen, Geschicklichkeit, Sprachentwicklung
U9 60. - 64. Lebensmonat Organfunktionen, Geschicklichkeit, Sprachentwicklung, Schulfähigkeit
U10 7. - 8. Lebensjahr Erkennen von Entwicklungsstörungen, Störungen der motorischen Entwicklung und Verhaltensstörungen
U11 9. - 10. Lebensjahr Erkennen von Schulleistungsstörungen, Sozialisations- und Verhaltensstörungen, Zahn-, Mund- und Kieferanomalien, gesundheitsschädigendes Medienverhalten
J1 13. - 15. Lebensjahr Skelett, Wachstum, körperliche Entwicklung, Pubertätsentwicklung, psychisches Befinden, Impfstatus

* Diese Untersuchungen werden im Regelfall schon in der Entbindungsklinik durchgeführt. Die Rechtsgrundlagen finden Sie im § 26 SGB V.

Gesund im Mund - Zahnprophylaxe

Regelmäßig die Zähne zeigen. Fast alle Menschen haben Karies. Schlimm genug. Doch dabei wird oft noch übersehen, dass Zahn- und Zahnfleischerkrankungen nicht nur unangenehm aussehen und den Kauapparat bei seiner Arbeit behindern, sondern sowohl Ursache als auch Folge anderer Störungen sein können und damit den gesamten Organismus beeinflussen.

Selbst wenn das zahnmedizinische Können weit fortgeschritten ist, müssen Sie bedenken, dass bei jeder "Reparatur" von erkrankten Zähnen wertvolle Zahnsubstanz unwiederbringlich verloren geht. Das Ziel muss also sein, Zahnschäden zu verhindern und damit "Reparaturbehandlungen" weitgehend überflüssig zu machen.

So können Sie vorbeugen und so unterstützen wir Sie dabei!

Vorbeugende Leistung der TBK - Gruppenprophylaxe für Kinder

Im Regelfall wendet sie sich an alle Kinder unter zwölf Jahren. In Einrichtungen mit einer Vielzahl von Kindern mit erhöhtem Kariesrisiko werden die Angebote bis zum 16. Lebensjahr zur Verfügung gestellt. In Kindergärten und Schulen werden die Kinder untersucht und erfahren in Gruppen alles Wissenswerte über optimale Zahnpflege und sinnvolle Schutzmaßnahmen gegen Zahnerkrankungen. Zu Hause sollten dann alle notwendigen Infos und Anleitungen von den Eltern wiederholt und mit den Kindern regelmäßig eingeübt werden.

Ist eine Gruppenprophylaxe in Kindergarten oder Schule nicht möglich, bietet die TBK gleichwohl zahnärztliche Früherkennungsmaßnahmen an für Kinder vom dritten bis sechsten Lebensjahr; die erste zwischen dem 30. und 42. Lebensmonat, die zweite zwischen dem fünften und sechsten Lebensjahr, bei hohem Kariesrisiko eine dritte wenige Monate danach. Dieses Vorsorgeangebot beim Zahnarzt umfasst vergleichbare Leistungen wie die der normalen Gruppenprophylaxe.

Über mehrere Etappen zum Erfolg: die Individualprophylaxe für Kinder

Zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr führt der Zahnarzt in unterschiedlichen Zeitabständen folgende Maßnahmen durch:

1.    Befundaufnahme
Der Zahnarzt untersucht, ob Zähne und Zahnfleisch gesund sind und ob der Patient seine Zähne richtig pflegt.

2.    Intensive Beratung
Um dem Patienten die Zusammenhänge bewusst zu machen, erklärt der Zahnarzt, wie Karies und Zahnbetterkrankungen entstehen. Dabei informiert er über

  • die Bedeutung der Zahnbeläge,
  • die Wechselwirkung zwischen Verweildauer und Dichte der Zahnbeläge,
  • das Verhältnis von Säure und Zuckergenuss.

Der Patient bekommt individuelle Tipps zur Verbesserung der Mundhygiene vermittelt.

3.    Kontrolle und erneute Beratung
Sollten noch Mängel bei der Zahnpflege vorliegen, berät der Zahnarzt noch einmal eingehend über eine zahngesunde Ernährung, über die richtige Zahnpflege und alle anderen Faktoren, die zur Gesundheit von Zähnen und Zahnfleisch beitragen.

4.    Fluoridierung der Zähne
Um den Zahnschmelz vor Erkrankungen zu schützen, härtet ihn der Zahnarzt mit einer örtlichen Fluoridierung. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, z.B. Lack, Gel oder ähnliche Stoffe.

5.    Fissurenversiegelung der Backenzähne

Um die bleibenden Zähne zu schützen, können Zahnärzte kleine Rillen und Furchen (Fissuren) vorbeugend mit einem speziellen Kunststoff versiegeln. Hier werden die Fissuren (Kauflächen) der hinteren bleibenden Backenzähne (Zähne 6 und 7) mit aushärtenden Kunststoffen versiegelt. Eine solche Versiegelung macht allerdings nur dann Sinn, wenn keine kariöse Erkrankung der betreffenden Backenzähne vorliegt.

Die Versiegelung der Fissuren der ersten und zweiten bleibenden Backenzähne kann als kassenzahnärztliche Leistung im Rahmen der Individualprophylaxe bei 6- bis 17- Jährigen über die elektronische Gesundheitskarte (eGK) direkt mit unserer TBK abgerechnet werden.

Die Rechtsgrundlagen finden Sie im § 21 SGB V und § 22 SGB V.

Neu seit dem 01.01.2017: Kostenübernahme bei Fissuren-Versiegelung

Über das Gesundheitskonto der TBK können Sie bzw. Ihre familienversicherten Kinder zusätzlich einen Zuschuss für die Fissuren-Versiegelung der vorderen Backenzähne (Prämolaren) erhalten, sofern Sie bzw. Ihre Kinder das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Dabei ist zu beachten, dass die Versiegelung nur bei kariesfreien und bleibenden Zähnen bezuschussungsfähig ist.

Wir übernehmen für Sie bzw. Ihre Kinder einmal im Kalenderjahr die Kosten der Fissuren-Versiegelung der Prämolaren in Höhe von 90 Prozent des Rechnungsbetrages, maximal 50 Euro.

Reichen Sie uns bitte unter Angabe Ihrer Bankverbindung die Originalrechnung zur Kostenerstattung ein.