Häusliche Pflege

 

Die Pflege des Pflegebedürftigen in seiner häuslichen Umgebung hat Vorrang vor einer Unterbringung im Heim. Die Pflegeversicherung bezahlt Leistungen der häuslichen Pflege, wenn der Pflegebedürftige in seinem eigenen Haushalt oder einem Haushalt, in den er aufgenommen wurde, gepflegt wird.

Pflege-Sachleistungen oder Geldleistungen
Bei Pflegebedürftigkeit kann zwischen Pflege-Sachleistungen und Geldleistungen unterschieden werden.

Bei den Pflege-Sachleistungen wird ein Pflegedienst in die Pflege einbezogen und im Rahmen bestimmter Höchstgrenzen von der TBK direkt bezahlt.

Bei den Geldleistungen wird das „Pflegegeld“ direkt von der Pflegekasse an den Pflegebedürftigen ausgezahlt.

Ein Anspruch auf Pflegegeld besteht nur, wenn der Pflegebedürftige seine Pflege in geeigneter Weise durch eine Pflegeperson seines Vertrauens sicherstellt.

Pflegebedürftig mit Pflegegrad 1

Pflegebedürftig mit dem Pflegegrad 1 haben einen vergleichsweisen geringen Hilfebedarf. Sie erhalten trotzdem Leistungen bei häuslicher Pflege, wenn auch nicht im selben Umfang wie Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5. Neben dem Anspruch auf umfassende Pflegeberatung zur individuellen Pflegesituation und zu Leistungsansprüchen gegenüber anderen Leistungsträgern können sie beanspruchen:

  • einen Beratungsbesuch je Halbjahr durch eine professionelle Pflegekraft in der eigenen Häuslichkeit zu Lasten der Pflegekasse,
  • eine Pauschale in Höhe von 214 € monatlich, wenn sie in einer ambulant betreuten Wohngruppe leben und diese die gesetzliche Mindestvoraussetzungen erfüllt,
  • Pflegehilfsmittel und Zuschüsse zu wohnumfeldverbessernden Maßnahmen,
  • kostenfreie Inanspruchnahme von Pflegekursen für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen sowie
  • im Wege der Kostenerstattung einen monatlichen Entlastungsbeitrag von bis zu 125 €, z. B. für Kosten einer Tages-/Nachtpflege, Kurzzeitpflege, für Hilfeleistungen von professionellen Pflegekräften oder für Leistungen bestimmter Dienste zur Unterstützung im Alltag.

Ist mindestens der Pflegegrad 2 zuerkannt, kann der Pflegebedürftige in der häuslichen Pflege wählen zwischen Pflegesachleistung, Pflegegeld oder einer Kombination beider Leistungen. 

Pflegesachleistungen bei Pflegegrad 2 bis 5

Die häusliche Pflegehilfe erstreckt sich auf körperbezogene Pflegemaßnahmen und pflegerische Betreuungsmaßnahmen sowie auf Hilfen bei der Haushaltsführung.Hauptsächlich zielen die Pflegesachleistung darauf ab, die vorhandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten auszugleichen oder zu mildern.

Inhalt der Pflegemaßnahmen ist auch pflegerische Anleitung der Pflegebedürftigen und der Pflegepersonen. Zur pflegerischen Betreuung gehören auch Unterstützungsleistungen zur Bewältigung und Gestaltung des alltäglichen Lebens.

Die TBK-Pflegekasse beteiligt sich an den Kosten der Pflegesachleistung bis zu gesetzlichen bestimmten monatlichen Höchstbeiträgen, abhängig vom zuerkannten Pflegegrad.

Pflegegeld bei Pflegegrad 2 bis 5

Stellt ein Pflegebedürftiger, der in häuslicher Umgebung lebt, seinen gesamten Hilfebedarf über Angehörige, Freunde oder anderen nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen sicher (ehrenamtliche Pflege), erhält er Pflegegeld. Es tritt dann an die Stelle der Pflegesachleistung und wird monatlich im Voraus gezahlt. Häufig wird dieses an die ehrenamtliche Pflegeperson weitergegeben, um ihre Hilfeleistungen auch finanziell anzuerkennen. Die Monatsbeträge des Pflegegeldes sind ebenfalls abhängig vom zuerkannten Pflegegrad.

Höchstbeträge Pflegesachleistung und Pflegegeld im Überblick

PflegegradPflegesachleistungen
Pflegeeinsätze bis zu einem
Gesamtwert von monatlich
Pflegegeld
Pflegegrad 2 689,00 EUR 316,00 EUR
Pflegegrad 3 1.298,00 EUR 545,00 EUR
Pflegegrad 4 1.612,00 EUR 728,00 EUR
Pflegegrad 5 1.995,00 EUR 901,00 EUR

Bitte beachten Sie:

Wird die Hilfe nicht für einen vollen Monat geleistet, sind die Monatsbeträge nur anteilig zu zahlen. Im Sterbemonat bleibt jedoch der Anspruch auf das volle Pflegegeld erhalten. Bei ehrenamtlicher Pflege und Bezug von Pflegegeld unterstützen Pflegefachkräfte (z. B. einen Pflegedienst) die häusliche Pflege durch einen Beratungseinsatz. Dieser ist für alle verpflichtend.

Abzurufen ist

  • in den Pflegegraden 2 und 3 halbjährlich sowie
  • in den Pflegegraden 4 und 5 vierteljährlich.

Hierdurch sollen Pflegende beraten und die Qualität ihrer Pflege gesichert werden. Auch soll die Situation des Pflegebedürftigen und der Pflegenden soweit wie möglich verbessert werden. Diesen Beratungseinsatz dürfen Vertrags-Pflegeinrichtungen, von der Pflegekasse beauftragte unabhägige Pflegekräfte oder eine anerkannte Beratungsstelle durchführen. Auch Pflegeberater sind in diesem Sinne berechtigt.

Die Kosten für die Beratungseinsätze übernimmt die TBK-Pflegekasse. Sie wird, falls der Pflegebedürftige zustimmt, über das Ergebnis des Beratungseinsatzes informiert.

Weitere wissenswerte Informationen...zur häusliche Pflege finden Sie in den nachfolgenden Anschnitten.

Kombination von Pflegesachleistung und Pflegegeld

Ergänzen sich Pflegefachkräfte und Ehrenamtliche bei der Pflege, können die Pflegesachleistung und das Pflegegeld kombiniert werden. Wie die Pflege im Einzelfall aufgeteilt wird, entscheidet der Pflegebedürftige anhand seiner konkreten Pflegesituation. Natürlich können dann nicht die Höchstbeiträge für beide Leistungen ausgeschöpft werden. Der Anteil, der für beide Pflegesachleistung (gemessen am Höchstbetrag) bereits verbraucht ist, wird beim Pflegegeld angerechnet. Die Anrechnung erfolgt prozentual.

Pflegegeld bei vollstationärer Krankenhausbehandlung und stationären medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen

Bei einer vollstationären Krankenhausbehandlung oder einer stationären medizinischen Rehabilitationsmaßnahme des Pflegebedürftigen wird das Pflegegeld während der ersten vier Wochen weiter bezahlt. Über den Anspruch auf Pflegeleistungen bei einem Auslandsaufenthalt informiert gerne Ihre TBK Pflegekasse.

Verhinderungspflege

Ist eine Pflegeperson wegen Erholungsurlaub, einer Krankheit oder aus anderen Gründen verhindert, übernimmt die TBK Pflegekasse die Kosten für eine notwendige Ersatzpflege für bis zu 6 Wochen im Jahr. Während dieser Zeit wird die Hälfte des Pflegegelds für vier Wochen weiter bezahlt. Allerdings kann eine Pflegevertretung erst beansprucht werden, wenn der Pflegebedürftige zuvor sechs Monate in häuslicher Umgebung gepflegt worden ist.

Wird die Verhinderungspflege in dieser Zeit durch entfernte Verwandte, Nachbarn oder einen Pflegedienst übernommen, zahlt die Pflegekasse für sechs Wochen bis zu 1.612 Euro pro Kalenderjahr. Springt ein naher Familienangehöriger ein oder jemand, der in der häuslichen Gemeinschaft des Pflegebedürftigen lebt, wird ein Betrag in Höhe des Pflegegeldes gezahlt und zusätzliche Aufwendungen wie Fahrkosten oder ein Verdienstausfall auf Nachweis mit bis zu 1.612 Euro pro Jahr erstattet.

Der Betrag der Verhinderungspflege kann um bis zu 806 EUR im Jahr aufgestockt werden. Voraussetzung hierfür ist, dass die Kurzzeitpflege nur zu 50 % ausgeschöpft wird.

Pflegehilfsmittel, „technische Hilfen“, Verbesserung des Wohnumfeldes

Die TBK Pflegekasse trägt auch die Kosten für Pflegehilfsmittel und „technische Hilfen“, die zur Erleichterung der Pflege oder zur Linderung der Beschwerden des Pflegebedürftigen beitragen.

Bei Pflegehilfsmitteln, die zum Verbrauch bestimmt sind, übernimmt die Pflegekasse die Kosten bis zu einem Höchstbetrag von monatlich 40 EUR. Bei allen Pflegehilfsmitteln, die nicht zum Verbrauch bestimmt sind, sowie den „technischen Hilfen“ haben Pflegebedürftige, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, 10 % der Kosten, höchstens jedoch 25 EUR je Verordnung, selbst zu tragen. Als Zuschuss für Verbesserungsmaßnahmen im Wohnumfeld können Sie bis zu 4.000 EUR je Maßnahme unter bestimmten Voraussetzungen beanspruchen.

Tages- und Nachtpflege

Wenn ein Pflegebedürftiger in seinem Haushalt „nicht ausreichend“ gepflegt werden kann, übernimmt die TBK Pflegekasse die Kosten im Rahmen bestimmter Höchstbeträge für eine teilstationäre Pflege in einer zur Tages- oder Nachtpflege zugelassenen Einrichtung. Zusätzlich kann der Pflegebedürftige Pflege-Sachleistungen oder Pflegegeld beanspruchen, einen Anrechnung erfolgt nicht.

Kurzzeitpflege

Kann die häusliche Pflege im Augenblick (noch) nicht wie erforderlich geleistet werden und reicht auch die teilstationäre Pflege nicht aus, kommt die Kurzzeitpflege in Frage. Diese wird für einen Übergangszeitraum (längstens vier Wochen pro Kalenderjahr, bis zu 1.612 EUR) im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung oder in „Krisensituationen“ zur Verfügung gestellt. Das hälftige Pflegegeld wird für die Dauer von 4 Wochen fortgezahlt.

Der Betrag kann auf bis zu 3.224 Euro im Jahr erhöht werden, wenn die finanziellen Mittel aus der Verhinderungspflege nicht genutzt werden. Werden Leistungen aus der Verhindungspflege in die Kurzzeitpflege übertragen, verlängert sich der Anspruch auf die Kurzzeitpflege auf acht Wochen. Das Pflegegeld wird seit dem 01.01.2016 für maximal 56 Tage zur Hälfte weiter gezahlt.

Der Entlastungsbetrag

Alle Pflegebedürftigen (auch mit Pflegegrad 1) in häuslicher Pflege können auf ihren Antrag hin einen monatlichen Entlastungsbetrag im Wege der Erstattung nachgewiesenen Kosten in Höhe von bis zu 125 EUR erhalten. Dieser Betrag ist allerdings nicht frei verfügbar. Er ist vielmehr zweckgebunden einzusetzen für gesetzlich bestimmte Sachleistungsangebote. Damit sollen ehrenamtliche Pflegende entlastet oder die Selbstständigkeit und Selbstbestimmtheit der Pflegebedürftigen gefördert werden. Die Erstattung von Kosten ist vorgesehen für nachgewiesene Aufwendungen

  • in einer Einrichtung des Tages- oder Nachtpflege (z. B. bei ansonsten ausgeschöpften Höchstbeträgen)
  • in einer Einrichtung der Kurzzeitpflege ( z. B. zur Abgeltung der Kisten für Unterkunft und Verpflegung)
  • im Rahmen von besonderen Betreuungsangeboten oder von Angeboten der auswirtschafltichen Versorgung zugelassener Pflegedienste, für Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5, aber nicht im Bereich der Selbstversorgung,
  • bei Inanspruchnahme von Angeboten zur Unterstützung im Alltag.

Unterstützung für Pflegepersonen

Für Pflegepersonen (Angehörige, Freunde, Nachbarn), die ihre Hilfe nicht erwerbsmäßig in einem Haushalt leisten (ehrenamtliche Pflege), bietet die Pflegeversicherung ebenfalls spezifische Leistungen und weitere Vorteile unter bestimmten Voraussetzungen:

  • sind ehrenamtliche Pflegende gesetzlich rentenversichert,
  • erhalten ehrenamtlich Pflegende bei ihrer Pflege einen gesetzlichen Unfallversicherungsschutz,
  • besteht für ehrenamtlich Pflegende Anspruch auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung,
  • können ehrenamtlich Pflegende an für sie kostenfreie Pflegekurse - auch zu Hause - teilnehmen.

"Pflegeurlaub"

Wenn jemand unerwartet zum Pflegefall wird, müssen sich die Angehörigen kurzfristig darauf einstellen und eine Menge organisieren. Beschäftigte können sich in diesem Fall für bis zu zehn Tage unbezahlt von der Arbeit freistellen lassen, um für einen nahen Angehörigen* in einer akuten Pflegesituation eine bedarfsgerechte Pflege zu organisieren. Während dieser Zeit sind sie sozialversichert. Wir verweisen hier auf das seit 01.01.2015 geltende Pflegeunterstützungsgeld. Fragen Sie hierzu bitte bei unseren TBK-Pflegeberatern nach.

Pflegekurse

Zur Schulung von Angehörigen und anderen Personen, die ehrenamtlich pflegerische Aufgaben übernehmen möchten, bietet die TBK Pflegekasse kostenlose Kurse an oder organisiert diese.

Haben Sie Fragen zum Thema? Dann kommen Sie bitte auf uns zu.

Frau Christina Hermann

Telefon 03693 / 505-5320
christina.hermann@tbk-gesundheit.de

Frau Elke Zentgraf
 
Telefon 03693 / 505-5321
elke.zentgraf@tbk-gesundheit.de

Frau Luisa Kirchner

Telefon 03693 / 505-5322
luisa.kirchner@tbk-gesundheit.de