Arzneimittel

 

Sicher haben Sie schon einmal ein Arzneimittel benötigt, es aber in der Apotheke selbst gekauft. Oder Sie haben bei ernsthafteren Erkrankungen vom Arzt ein Medikament verordnet bekommen. Haben Sie sich auch schon gefragt, nach welchen Kriterien die "Pillen" ausgesucht werden? Und: Ist mit diesem Arzneimittel überhaupt das medizinisch Notwendige verordnet worden?

Spielten dabei Qualität und Wirksamkeit oder nur der Preis eine Rolle? Welche Kosten für Arzneimittel übernimmt die TBK und in welcher Höhe? Was muss ich zuzahlen?

Fragen über Fragen. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Antworten auf ausgewählte Fragen zur Verfügung.

Was ist eigentlich ein Arzneimittel?

Der Gesetzgeber definiert ein Arzneimittel im Wesentlichen über dessen Funktion, nämlich "durch Anwendung am oder im menschlichen Körper Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhafte Beschwerden zu heilen, zu lindern, zu verhüten oder zu erkennen". Deshalb werden hohe Anforderungen an Herstellung, Qualität und Überwachung von Arzneimitteln gestellt.

So bestimmt das Arzneimittelgesetz, dass Medikamente grundsätzlich erst dann an den Verbraucher abgegeben werden dürfen, wenn ihre Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit in einem staatlichen Zulassungsverfahren geprüft worden sind. Auch danach werden die Arzneimittel zum Schutz des Patienten ständig beobachtet, um Risiken schnell zu erkennen und entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können.

Grundsätzlich sind alle Arzneimittel apothekenpflichtig. Ausnahmen sind möglich, wenn eine Gefährdung, auch bei unsachgemäßem Gebrauch, nicht zu erwarten ist. Solche Produkte werden als freiverkäufliche Arzneimittel bezeichnet. Sie können auch außerhalb von Apotheken z.B. im Supermarkt verkauft werden. Für Arzneimittel, die wegen der Art der zu behandelnden Erkrankung eine ärztliche Diagnose erfordern oder deren Anwendung z.B. wegen eines möglichen Missbrauchs ärztlicherseits überwacht werden sollen, besteht Verschreibungspflicht durch den Arzt.

Für welche Arzneimittel übernimmt die TBK die Kosten?

TBK-Versicherte haben Anspruch auf eine Versorgung mit medizinisch notwendigen verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, die von den Vertragsärzten verordnet werden. Dabei soll die Versorgung mit Medikamenten ausreichend und zweckmäßig, aber gleichermaßen auch wirtschaftlich sein. Was wirtschaftlich ist, wird in gesetzlichen Bestimmungen und in den "Arzneimittel-Richtlinien" näher bezeichnet. Ein hohes Niveau bei der Arzneimitteltherapie soll aber auf jeden Fall gewährleistet werden.

Arzneimittel der so genannten Negativliste
Arzneimittel, die vom Gesetzgeber in einer so genannten Negativliste zusammengefasst wurden, sind von einer Verordnung zu Lasten der TBK ausgeschlossen.

Arzneimittel-Festbeträge
Auf dem deutschen Arzneimittelmarkt stehen den Versicherten eine Vielzahl von Präparaten in vergleichbarer Qualität, mit vergleichbarer Wirkung und zum Teil mit identischer Zusammensetzung zu sehr unterschiedlichen Preisen zur Verfügung. Arzneimittel-Festbeträge stellen Erstattungshöchstbeträge dar und sollen sicherstellen, dass die Krankenkassen nicht mit zu hohen Arzneimittelpreisen belastet werden. Die Kosten solcher verordneten Arzneimittel übernimmt die TBK bis zum jeweiligen Festbetrag. Verordnet der Arzt ein Arzneimittel oberhalb des Festbetrages, so hat er Sie darüber zu informieren. Sie müssen dann die Differenz zwischen Festbetrag und Apotheken-Abgabepreis selbst zahlen. Allerdings steht in der Regel immer eine ausreichende Anzahl von Arzneimitteln zum Festbetrag zur Auswahl.

Fragen zu bestimmten Arzneimitteln beantwortet Ihnen Ihre wohnortnahe Apotheke Ihres Vertrauens gern.