Multitalent im Scheckkartenformat - die elektronische Gesundheitskarte

 

Es ist eines der bedeutendsten Projekte der Informationstechnologie im Gesundheitswesen, das in Europa in Angriff genommen worden ist: die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte.

Sie ist der Schlüssel zu einer optimierten medizinischen Versorgung in Deutschland. Seit 01.10.2011 hat die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ihre Gültigkeit und ersetzt die Krankenversichertenkarte (KVK) vollständig.


Schon rein äußerlich unterscheidet sich die eGK von ihrer Vorgängerin, der Krankenversichertenkarte. Auf der Vorderseite der neuen Karte wird ein aktuelles Foto von Ihnen abgebildet sein. Das Foto weist Sie zukünftig eindeutig und schnell als Karteninhaber aus.

Das Lichtbild sollte den Karteninhaber zweifelsfrei erkennen lassen. Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass das Lichtbild den Anforderungen entspricht, wenn es sich an den Lichtbildanforderungen zum Passbild orientiert.

In der Regel sind die meisten Fotoautomaten und Fotostudios auf die Anforderungen der Krankenkassen an das Lichtbild vorbereitet. Eine Gesundheitskarte ohne Foto erhalten lediglich Kinder bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres und Versicherte, denen die Erstellung des Fotos nicht möglich ist (z.B. gegebenenfalls Schwerpflegebedürftige).

Die elektronische Gesundheitskarte wird für jeden Versicherten kostenlos sein. Nur das Foto, das auf die Karte aufgebracht wird, muss der Versicherte bezahlen und an seine Krankenkasse schicken. Sie haben aber auch die Möglichkeit, ein Foto in der Hauptverwaltung der TBK kostenfrei erstellen zu lassen.

In der ersten Stufe schützt im Unterschied zur bisherigen Krankenversichertenkarte ein aufgedrucktes Foto des Versicherten davor, dass andere Personen die Karte nutzen, um missbräuchlich Leistungen in Anspruch zu nehmen. Auf der Rückseite können die Krankenkassen die Europäische Krankenversichertenkarte aufdrucken lassen.

Sie ermöglicht eine unbürokratische medizinische Versorgung im europäischen Ausland. Die Europäische Krankenversichertenkarte ist in allen 27 EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz anerkannt.

Konkret befinden sich mehrere Anwendungen in der Entwicklung: Zum einen sollen sich die Verwaltungsdaten des Versicherten online aktualisieren lassen. Dann ist z.B. bei Adressänderungen kein Kartenaustausch mehr notwendig.

Zum anderen ist die elektronische Gesundheitskarte technisch darauf vorbereitet, medizinische Informationen wie Notfalldaten aufzunehmen, wenn der Versicherte dies wünscht. Mit der Telematikinfrastruktur soll die sichere Kommunikation zwischen Ärzten ermöglicht werden, z.B. zur Übermittlung von Arztbriefen und Befunden.

In Zukunft soll es außerdem möglich werden, dass z.B. eine Arzneimitteldokumentation oder eine elektronische Patientenakte mit der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden.

Mit der neuen elektronischen Gesundheitskarte werden Ihre Gesundheitsdaten schneller transportiert. Daten wie Arztberichte, Röntgenbilder oder Rezepte werden elektronisch gespeichert und können gezielter eingesetzt werden. Zum Schutz Ihrer persönlichen Gesundheitsdaten setzen die Entwickler der Karte auf ein ausgeklügeltes Sicherheitssystem.

Das Zwei-Schlüssel-Prinzip

Ohne Einwilligung der Versicherten kann niemand auf die freiwilligen Anwendungen Ihrer Gesundheitskarte zugreifen. Sie entscheiden also, wer wann welche Daten lesen darf.

Ihre Einwilligung für den Datenzugriff geben Sie mit der Gesundheitskarte und einer Geheimnummer (PIN) - sie macht die Karte zu Ihrem persönlichen Schlüssel. Der Versicherte kann auch kontrollieren, wer welche Daten sehen darf. Ärzte und Zahnärzte müssen sich ebenfalls gegenüber dem Sicherheitssystem identifizieren. Dies geschieht mit ihrem elektronischen Heilberufsausweis (HBA), der ihre elektronische Unterschrift enthält. Personen ohne elektronischen Heilberufsausweis werden keine Möglichkeit haben, auf Patientendaten zuzugreifen.

Nur wenn Patient und Arzt jeweils die elektronische Gesundheitskarte und den elektronischen Heilberufsausweis in das Kartenlesegerät einstecken, können die sensiblen Gesundheitsdaten eingesehen oder verändert werden. Niemand sonst, auch nicht die Krankenkasse, kann die medizinischen Daten der Versicherten ohne deren Zustimmung einsehen. Auch bei Verlust der Karte ist so ein Zugriff durch unberechtigte Dritte nicht möglich.

Der PIN ist jedoch erst notwendig, wenn die nächsten Anwendungen zur Nutzung freigegeben werden. Wir werden Sie diesbezüglich rechtzeitig informieren.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit unter www.bundesgesundheitsministerium.de

Die neue elektronische Gesundheitskarte enthält wie Ihre jetzige Versichertenkarte bestimmte Pflichtangaben: Dies sind vor allem administrative Angaben, wie zum Beispiel Name, Adresse, oder Versichertenstatus.

Der Zugriff und der Umgang mit freiwilligen Anwendungen, wie etwa Notfalldaten, Arzneimitteldokumentationen oder Röntgenbilder, wird allein durch den Versicherten bestimmt. Er entscheidet, wer etwas in die elektronische Patientenakte einträgt, und wer auf welchen Informationsbereich zugreifen kann.

Zum Einlesen der administrativen Angaben sind keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen erforderlich. Das entspricht dem heutigen Verfahren in den Arztpraxen. Der Zugriff auf sensible Daten, wie z.B. Arztberichte, ist jedoch durch ein strenges Sicherheitssystem geschützt.